Carsten Heinz – Botschafter für Laufen für Alle
  25.06.2019 •     Balingen

Die Balinger sind ein besonderes Völkchen, das merken wir vom BW-Running Orga-Team jedes Jahr auf’s Neue, wenn wir unseren Firmenlauf dort vorbereiten. Nicht nur, dass der Lauf schon sein 10. Jubiläum feiert und wir erst dieses Jahr wieder völlig ausgebucht waren. Nein, die Balinger wollen nicht nur laufen, sondern dabei auch noch Gutes tun. Und einer, der sticht auch hier noch heraus. Carsten Heinz überwindet gleich mehrere Grenzen.

Der Balinger Inklusionslauf „Laufend Gutes tun“ hat sich zu einem festen Bestandteil des Firmenlaufs entwickelt. Eine Stunde vor dem Startschuss für die Firmenläufer können alle auf einen 1km-Rundkurs gehen, für die die knapp 6km-Strecke eventuell zu weit ist. Kinder sind hier am Start, ältere Menschen im Rollstuhl und Läufer jeden Alters, denen 1-2km reichen.

Darunter sind einige Menschen mit Behinderung – und genau genommen laufen die sogar am allerweitesten. Ihr Botschafter nämlich, Carsten Heinz, der hat sage und schreibe schon 50 Kilometer in den Beinen, wenn er auf dem Balinger Marktplatz aufläuft.

Carsten Heinz holt die Menschen in den Werkstätten der Lebenshilfe Zollern-Alb ab. „Ich starte am Wohnheim in Bisingen, laufe Richtung Burg Hohenzollern, über Maria Zell geht es den ersten Anstieg aufs Zeller Horn hinauf.  Vom Zeller Horn laufen wir über den Zollersteighof und den Ebersberg wieder noch Bisingen in die Werkstatt.  Danach geht es über den Hundrücken hinunter nach Pfeffingen. Der Bölatt ist dritte Berg, den es zu überwinden gilt, ehe wir nach Lautlingen in die Werkstatt kommen.  Von hier aus kommt noch einmal ein Kräfte zehrender Uphill  über das Hörnle auf den  Lochen. Nun geht es Downhill Richtung Balingen.“ Dort stehen dann tatsächlich einige der von ihm besuchten Menschen und erwarten ihn pünktlich zum Start des Mottolaufs um 18 Uhr.

Um 7:30 Uhr startet er dafür am Donnerstag, „damit ich einen Puffer habe“. Reine Laufzeit letztes Jahr: 6h 38min. Da kann man sich nur fragen: Wie kommt er denn bitte darauf?

Ursprünglich zum Laufen gekommen ist Carsten, um Gewicht abzubauen. Angefangen von einer Strecke über 500 Meter hat er sich kontinuierlich mehr Ausdauer antrainiert. „Trailrunning und Laufen  ist für mich mittlerweile zum Lifestyle geworden, wann immer Event mit laufen in meiner Umgebung angeboten wird, möchte ich an diesem teilhaben. Die 6 Kilometer beim Firmenlauf waren mir damals zu kurz. Für den Mukovozidose e.V. bin schon damals 50 km mit einem Banner gelaufen, da mich diese Erkrankung familiär betrifft. So kam ich auf die Idee für unsere Klienten auch so einen Lauf zu planen."

Beruflich ist Carsten Heinz selbst Leiter eines Wohnheims der Lebenshilfe Zollern-Alb. Seine Motivation: „Einzig und alleine die Menschen mit Behinderung und ihre Freunde wenn wir zusammen an diesem Tag den Mottolauf bestreiten . Wie sie uns in den Werkstätten empfangen und welche Freude sie in diesem Augenblick haben!“

Carsten Heinz ist ein Botschafter für den Lauf für Alle durch und durch. Er überwindet sportlich einige Kilometer, physisch seine eigenen Grenzen und gesellschaftlich hebt er die Trennung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung auf. Seine Geschichte zeigt, welch tolle Erlebnisse der Sport für alle Menschen parat hält und dass es dabei keine Grenzen geben muss. Ob Sportler nun 1 Kilometer laufen oder über 50 - das ist dabei nicht wichtig. Hauptsache, alle haben gemeinsam Spaß an der Bewegung.

Übrigens: Wie Grenzgänger Carsten Heinz am Donnerstag Abend heim kommt? „Ganz sicher nicht zu Fuß ;-) meine Familie empfängt mich im Ziel und nicht mich mit nach Hause.“



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